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Eigenverantwortung und Angst

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Es traf mich wie ein Schlag und ich musste erstmal schlucken. Diese Aussage … [weiterlesen]

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Eigenverantwortung und Angst

Eigenverantwortung und Angst Wow, das war krass heute! Reptilienhirn in Reinform. Reptilien-was??? … [weiterlesen]

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Alle, alle dreh´n sie durch... Ich auch bald. Die Panikmache hat doch unglaublich … [weiterlesen]

Eigenverantwortung und Angst

Eigenverantwortung und Angst

Wow, das war krass heute! Reptilienhirn in Reinform.

Reptilien-was??? Wer ab und an bei den HSP-Treffen war, hat vermutlich schon mitbekommen, dass für mich manche Dinge erst mit einem veränderten Blickwinkel plausibel werden. Und JA – ich glaube, dass ein SINN hinter allem steht. Und NEIN – ich glaube nicht, dass jeder Sinn auf jeder Ebene Sinn macht. Mit anderen Worten: Bloß weil die 3D-Welt zufällig erscheint, glaube ich nicht, dass alles, was ist, zufällig so ist. Und jedes Mal, wenn etwas wieder Sinn macht, bin ich eine gewisse Zeit glücklich. So.

Zurück zu meiner Sicht: In meinem Weltbild ist Angst dem Körper zuzurechnen und nicht in gleicher Weise funktionierend, wie die anderen Gefühle (Glück, Liebe, Trauer, Wut, Eifersucht im weitesten Sinne). Die Angst ist der Überlebensinstinkt in uns. Wenn der Tiger kommt, gibt´s nur 3 Optionen: rennen (Flucht), tot stellen (Erstarrung) und Kampf (Angriff). Gestern hab ich was im Garten gemacht, neben der Koppel, auf der 3 Pferde standen. Was ich tat, war für sie fremd und der Fluchtreflex griff. Sprich, Pferd 1 erschrickt, rennt weg, Pferd 2 und 3, wissen nicht, was los ist, rennen aber mit. Die Schwingung von Angst ist ansteckend. Jeder kommt in Aufregung, Euphorie, Adrenalin, wenn ein Volkslauf vorbeizieht. Wenn alle rennen – sagt das Reptilienhirn – RENN! und aktiviert die entsprechenden Ressourcen. Zur Erläuterung: Angst kennt neben dem Tiger noch verhungern und erfrieren. Es muss also ein Dach da sein und genug zu essen. Gut, das haben die meisten in Deutschland inzwischen abgehakt. Spätestens seit den Stürmen im Februar hat man klar, wie es sich anfühlt, wenn der Wind SO heult! DAS ist Angst um´s Überleben! Und Angst wird eben auch dann in mir aktiv, wenn jemand anders – begründet oder nicht – Angst hat.

Nun ist der Volkslauf genauso wie vage Zukunftsangst keine reale Bedrohung. Das Reptilienhirn schickt mir zwar krasse Bilder, um auf jeden Fall in mein Bewusstsein vorzudringen, aber jeder weiß aus Erfahrung, dass es nicht so schlimm kommt, wie man es vorher befürchtet hat.

Was ist nun mit Corona? Ich habe genug zu Essen zu Hause. Ich habe ein zu Hause, das sogar beheizbar ist… Aber: Ich habe den Tiger in Form eines Virus und ich habe meine Sippe, die dringend notwendig ist, um mit mir gegen den Tiger anzutreten, „verloren“. Ein Erwachsener mit 2 kleinen Kindern? Da gewinnt rein statistisch der Tiger. Aber 8 Erwachsene mit 10 Kindern – da können mal mindestens 4 Männer den Tiger abwehren, während die Damen die Kinder in Sicherheit bringen. Sowas ist logisch für mich. Die Sippe ist wichtig für´s Reptilienhirn! Wenn die Sippe da ist, überlebe ich mit größerer Wahrscheinlichkeit, als ohne.

Was jetzt aber zur Corona-Angst noch so richtig ins Gewicht fällt ist eben diese Tatsache, dass Regierende uns sagen: Meidet eure Sippe! Das ist absolut unlogisch für´s Reptilienhirn! Bedrohung ist da und ich darf keine Verbündeten haben. Im Gegenteil: Was früher mein Überlebensgarant war, wird heute zu meinem Todfeind erklärt! DIE stecken mich an!!!

Und hier kommt die in diesen Tagen vielzitierte Eigenverantwortung ins Spiel… Ich hab mal spaßeshalber eine Person, die von „Eigenverantwortung“ sprach, gefragt, was das für sie bedeutet. Die Antwort: „Abstand einhalten, um sich und andere zu schützen“. Etwas in mir ist in sich zusammengesackt. Der Gedanke kam „Das ist doch wieder nur Mitläufertum!“ Die Medien schreien „Meidet Sozialkontakte!“, die Behörden drohen mit 25 000 € Bußgeld, wenn mehr als 2 Leute sich versammeln, im Aldi ist man angehalten, mit Karte zu zahlen (weil man ja sich und andere schützt – wenn man als 300ste am Tag den PIN-Code eingibt, wo man doch grade den Wagen geschoben hat, den heute schon jeder 2. Kunde angefasst hat…) usw. Ihr wisst ja. Und der Aktionismus auf Arbeit spiegelt in meinen Augen auch eher den ausgehebelten Kontrollzwang mancher Leute wider, als tatsächlich angemessenes Vorgehen. All das führt zu mehr und mehr Angst! Die Leute sind aus der Sicherheit gebenden, beruhigenden Komfortzone gerissen durch eine völlig übertriebene Politik (die Zahlen rechtfertigen kein solches Vorgehen!) und anstatt in die Eigenverantwortung zu gehen, sprich selbst Verantwortung zu übernehmen, indem ich mit dem Nächsten rücksichtsvoll umgehe, werden sie zu Egoisten. Oder vielleicht werden sie es nicht, sondern es wird nur deutlich, dass sie es schon immer waren.

Besonders krass finde ich diese Pseudo-Eigenverantwortung im nächsten Umfeld. Wenn die Sippe sich schützt, vor was auch immer. Vorzugsweise vor kleinen Kindern, die überhaupt aus ihrem Einzugsgebiet gar nicht rauskommen. Kinder verstehen das nicht unbedingt, warum ihnen die Freude vorenthalten wird, mit ihren Freunden zu spielen. Warum sie generalverdächtig sind. Angeblich ist es besser. Besser für wen??? Ich würde verstehen, wenn die ach so Eigenverantwortlichen sagen würden: „Ich hatte mit so vielen Leuten Kontakt, ich will niemanden anstecken.“ Dann müssen sie sich aber auch konsequent in Selbstquarantäne begeben. Dann können sie nicht Pocher-like noch Windeln kaufen gehen. Dann können sie zum Geburtstag eben auch nicht „mal schnell gratulieren kommen“ mit Hand geben und drücken.  Aber was sie sagen ist: „Ich muss mich und meine Familie schützen.“ Wir „müssen“ uns schützen und merken gar nicht, wie wir die Angst und die Traurigkeit in der Bevölkerung damit schüren. Der Abgewiesene muss seinerseits eigenverantwortlich handeln und sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen. Z.B. mit seiner Angst, ohne Sippe gegen den unsichtbaren Tiger zu stehen. DAS IST KRASS! Das kriegt nicht jeder hin, der jetzt posaunt… Krasse Gefühle aushalten ist hart! Dann ist es „besser“, gewisse Ausnahmen zu machen. Eigenverantwortlich…

Eigenverantwortung bedeutet, dass man für das eigene Tun und Unterlassen einsteht und die Konsequenzen, etwa in Form von Sanktionen, dafür trägt. Gut. Ich bezweifle nur, dass all die ach so Eigenverantwortlichen das können, was sie bisher nicht gelernt haben. Wenn die Sanktionen dieses angstbeladenen Fernhaltens darauf hinauslaufen, dass in sozialen Strukturen möglicherweise dauerhaft das Vertrauen gestört ist, wird´s auch nach der Corona-Sperre nicht einfacher.

Und genau das hatte ich heute früh: Ich befand mich im Angriffsmodus durch die Angst, dass die Sippe wegbricht. Nun konnte ich keinen Schlagen im Aldi und musste mich beherrschen. Das ging bis zum Zittern. Nur darüber spricht keiner! Das scheint keinem bewusst zu sein. Wir sind grade mal in der angekündigten Halbzeit des Lockdown. Und für gewöhnlich bin ich mit meinem Zustand etwas früher dran als andere. Ich bin also schwer gespannt, wie es zugeht, wenn die breite Masse, die sich vielleicht nicht so beherrscht, mit den Gefühlen klarkommen muss.

So, morgen ist ein neuer Tag. Morgen ist „alles besser“. Macht das Beste draus und achtet auf eure Nächsten, auf dass sie euch auch nach der Krise noch nahe sind!

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