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Hawkins-Skala des Bewusstseins ist eine Spirale, keine Leiter

Hawkins-Skala des Bewusstseins ist eine Spirale, keine Leiter oder
Warum mir Menschen, denen es immer gut geht, suspekt sind

Wie viele Menschen berufen sich heute auf die Hawkins-Skala des Bewusstseins, um ihre Position zu verorten und ihr Ziel auszurichten? Alle wollen Dankbarkeit und Liebe und Frieden, jedenfalls weit hoch in der Skala. Dort vermutet man den Zustand ewigen Glücks und natürlich die Erleuchtung.

Was dabei kurzfristig aber folgenschwer außer Acht bleibt, ist die Tatsache, dass das keine dauerhaften Zustände sind. Noch dazu sind es keine Zustände, auf die ich wirklich Einfluss habe. Sie werden gegeben, ich kann sie nicht machen. Jeglicher Versuch, sie selbst herzustellen bleibt fad, irgendwie unerfüllend. Zumindest auf der Alltagsebene.

Ich sehe es heute so, dass es sich – wie so vieles auf dieser Erde – um eine Spirale handelt, eine Art Wendeltreppe. Es gibt diese Anzahl Stufen von einem Stockwerk ins nächste, diese vermeitliche Anzahl Gefühlsausdrucke auf der Bewusstseinsskala, hübsch dargestellt in Regenbogenfarben. Aber man ist am „Ende der Treppe“ genau am gleichen Punkt in der Zweidimensionalität, einfach eine Etage höher. Der Blick aus dem Fenster im dritten Stock zeigt genau den Garten, die Landschaft, wie im zweiten Stock, nur vielleicht etwas umfassender. Man hat mehr Überblick.

Will man nun in die 4. Etage (oder in die 23.), durchläuft man die gleichen Gefühle wieder, Schritt für Schritt. Nur weil sie mir bekannt sind, fühlen sie sich nicht besser an. Natürlich weiß ich jetzt, worauf ich mich einlasse. Ich will ein Ziel erreichen, ich weiß nicht wie, mir ist alles fremd, ich spüre Angst, fühle mich klein. Ich gehe den Weg weiter, nehme alle Körperwahrnehmungen auf mich, halte das Unwohlsein, das Herzklopfen, die Ohrengeräusche usw. aus. Mit jeder Stufe, die ich gehe, wird der Weg klarer, das Gefühl leichter.

Angekommen im nächsten Stockwerk bin ich leicht, beschwingt, begeistert, überglücklich, genieße die Aussicht und den Erfolg, spüre Stolz und Freude. Großartig! So soll es immer bleiben!

Aber nein! Es wir fad. Je länger ich verweile, umso schwieriger wird es, die „hohen Gefühle“ heraufzubeschwören. Es bleibt nicht ewig großartig. Der Mensch will wachsen. Und der Mensch lebt. Genau wie in der Natur durchläuft alles Zyklen, Etagen der Wendeltreppe. Die Gefühle sind nur die Wegweiser, die Markierungen, die mir zeigen, wo ich stehe.

Und genau deshalb ist es nicht schlimm, jederzeit zuzugeben, dass man Angst hat, traurig oder wütend ist, dass man sich schämt oder schuldig fühlt. Sogar über längere Phasen! Es darf sein! Es ist richtig! Lediglich die Glaubensstruktur, der Wunsch, alles möge immer blendend sein, führt dazu, dass man sich für seine Zustände schämt. Aber wie gesagt, selbst das ist in Ordnung! Gestehe es Dir zu!
Du bist genau richtig!