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Emotionsregulation

Emotionsregulation – Ist das zielführend?

Ich lade euch ein zu einer weiteren Reise durch meine sprunghafte Gedankenwelt. Vorab: Es möge sich niemand durch den stellenweise durchbrechenden Sarkasmus beeinträchtigt fühlen. Das ist nicht die Absicht. 🙂

Hier beschäftigt mich grade das Thema Emotionsregulation, immer vor meinem Hintergrund der Bewusstseinsentwicklung. Man will mir beibringen, dass es sinnvoll ist, die eigene Resilienz zu stärken – so genau weiß ich noch nicht, was das umfasst (und ob ich das Konzept befürworten kann, wissen wir erst am Ende des Artikels 😉 ). Übungsvorschläge zur Steigerung der Emotionsregulation gibt´s für alle Sinneskanäle und mehr: visualisieren schöner Dinge, Klang, Kunst, Bewegung, Atemübungen inkl. Lachtherapie, Meditation oder Tagebuch schreiben. Ziel ist immer, die überbordenden Emotionen wieder einzufangen bzw. abzukühlen.

Wikipedia sagt mir zu Resilienz: „von lateinisch resilire: zurückspringen, abprallen, nicht anhaften“. Aha, nicht anhaften. Und weiter: „[…] dass sie das Ergebnis der Fähigkeit des Einzelnen ist, mit seiner Umgebung und den Prozessen zu interagieren, die entweder sein Wohlbefinden fördern oder ihn vor dem überwältigenden Einfluss von Risikofaktoren schützen.“ (Oh, mir will scheinen, dass sich bei der ganzen Überlegung die Katze in den Schwanz beißen wird. 🙂 )

Quelle: Enil Oan, canva gratis

Mein erster Überlegungsimpuls war nämlich: Ist das zielführend oder ist das wieder nur ein Zwischenschritt in der Tretmühle? Ziel wäre im Falle meiner Überlegungen: Bringt es mich dem Bewusstsein über mich selbst näher oder hält es mich effektiver, bequemer im Spiel des Unbewussten, so dass ich länger und sozialverträglich im Hamsterrad funktioniere?

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass er sich am liebsten die ganze Zeit gut fühlen möchte, zumindest wenn man ihn nach der subjektiven Meinung fragt. Gleichzeitig gibt es ja so furchtbare Tierversuche, wo man welchem Kleintier auch immer dauerhaft Glückshormone injiziert hat, was zur Folge hatte, dass es keinerlei Bedürfnisse mehr hatte und deshalb sein vorzeitiges Ende fand. Das würden dann die meisten Leute wahrscheinlich doch nicht für sich wählen, also lieber ein bisschen emotionales Auf und Ab. Denn Leben ist ja schließlich Veränderung und Stillstand ist der Tod. (Alte Physiker-Weisheit 😉 )

Da komme ich zur Frage: Wie viel Emotion ist zu viel? und der spontanen Verknüpfung mit „Keiner bekommt mehr, als er ertragen kann.“ (was falsch zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen aus den Korintherbriefen stammt, aber als Gedanke doch resilienzstärkend ist 😉 ). Resilienz als Werkzeug der Schöpfung? Nun ja, zumindest als aktuelle Entfaltungsform der Schöpfung.

Nun stelle ich mal die Betrachtung ganz anders an: In welcher Situation bin ich, wenn ich Emotionen regulieren muss, kann, darf, soll, will? Oder auch: Wer hat einen Nachteil von meinen überbordenden Emotionen, so dass ich gut daran tue, sie zu regulieren? Vermutlich bin ich in einer emotional überwältigenden Situation, die mich – ich sag man „sozial inkompatibel“ und „weniger funktionstüchtig“ macht. Auch vielleicht in einer Situation, in der ich selbst nicht mit meiner Hormonlage klar komme. Die Situation setzt Hormone in einer Dosis frei, die meine Leitungen, meine Nerven nicht tragen können, was einen Ausfall in verschiedenster Weise nach sich zieht, was wiederum vielfältige Konsequenzen haben kann. Günstigerenfalls als persönlicher Zusammenbruch, schlechterenfalls als soziale Übergriffigkeit. Ich sehe ein und halte fest: Schön ist das beides nicht. Insofern macht es wohl Sinn, Emotionen zu regulieren, zumindest Werkzeuge dafür zu haben.

Aber auch hier gibt es wieder unterschiedliche Fragestellungen: Geht es darum, die Menge an Hormonen zu reduzieren, was das Ziel der zahlreichen Übungsvorschläge ist, ODER wäre es nicht viel sinnvoller im Zuge der Selbstentfaltung, die Leitungen zu stärken, um welches Hormonlevel auch immer in mir selbst bewältigen zu können?

Anders ausgedrückt: Die Übungsansätze bringen mich alle samt in eine andere Erfahrungswelt. Ich lenke meine Aufmerksamkeit weg vom emotionsgeladenen Setting und das, was es in der überfordernden Situation zu lernen gäbe, wird mir dadurch irgendwie vorenthalten. Die Übungen sind Ablenkung – wenn auch unter Umständen zum Wohle des Ganzen! Und sie haben zur Folge, dass mich das Schicksal sehr wahrscheinlich immer wieder an diese Art emotional überfordernder Situationen heranbringt, bis es mich nicht mehr überfordert.

Echtes, persönliches Wachstum kommt dadurch zustande, dass ich da bleibe, dass ich die Welle der Hormondosis durchlaufen lasse und hinterher das Erfolgserlebnis feiere, noch am Leben zu sein. Das ist doch echtes Wachstum! (Natürlich sollen auch alle anderen hinterher noch am Leben sein. ;))

Die persönliche Entscheidung ist letzten Endes Geschmackssache und auch eine Frage der Priorität: Nehm ich den langen Serpentinenweg der Emotionsregulation, bin entsprechend den ganzen Tag oder länger mit dem Aufstieg befasst, kann aber nebenher auch vielleicht noch was anderes erledigen, mich mit Menschen unterhalten etc. Oder nehme ich die steile Direktverbindung, reite die emotionale Hormonwelle jetzt, und bin am Ziel ordentlich aus der Puste. – Die charmante Art meines früherer Kellner-Kollegen formulierte: „Der eine Esel schleppt sich tot, der andere Esel rennt sich tot.“

Und das Beste an der Sache ist: Für´s Bewusstsein ist es völlig egal, wie ich mich entscheide. Ob ich resilient bin oder nicht, ob ich mich in Emotionsregulation übe oder nicht, selbst ob es heute alle überleben oder nicht. Das Bewusstsein freut sich einfach nur, dass ich ihm bewusst oder unbewusst die vielfältigsten oder einfältigsten, eben einfach meine Erfahrungen schenke.

Solltest Du Dich entscheiden, für Deine Bewusstseinsentwicklung mit mir gemeinsam eine Abkürzung zu nehmen, melde Dich gerne.